Lock, 2009 inst.view Conrads
Untitled, 1997, c-print, 14 x 14 cm, ed. of 5
Untitled 17. Oktober 2010, gouache and color pencil on folded paper, 29,6 x 23,5 cm

Seit Anfang der 80er Jahre arbeite ich an Zeichnungen und Skulpturen, die klar und reduziert anmuten und doch wenig mit minimalistischen Positionen zu tun haben. Vielmehr folgen sie der Idee eines poetisch organisierten Raums und einem subjektiven Konzeptualismus. Die Stücke argumentieren dabei ganz und gar mit ihrer Unmittelbarkeit, und seltsamerweise ist es gerade dieser Verzicht auf externe Referenzen und Quellen, die die Arbeiten zunächst so unzugänglich, befremdlich und wohl auch verschwiegen machen. Als „Sachverhalte“ verstehe ich meine Arbeiten, die nüchtern von ihrer physischen Präsenz und damit auch der Präsenz des Betrachters handeln.In den Arbeiten sind es vor allem Widersprüche, die inszeniert und gegeneinander ausgespielt werden, gegenläufige Kräfte, die innerhalb der räumlichen Gefüge den leeren Raum durchkreuzen und ihre Spannungen ausgetragen. So wie in den Zeichnungen Bewegung und Überlegung zusammenfinden, so erfährt der Betrachter die Arbeit im Anschauen und versteht sie nur im Nachvollziehen der Konstruktionen. Es ist der Blick des Betrachters, den sie in ihren Rahmen gefangen nehmen. Denn „der Wunsch“ – so heißt es in einer Arbeit – „der Wunsch ist auch nur eine Richtung wie der Blick, und alles Sehnen schließlich geometrisch“.  Monika Brandmeier 2009

Monika Brandmeier: Bilder und Blicke

Die Arbeiten Monika Brandmeiers sind präzise, sie bestechen nicht durch plakative Ästhetik, nicht durch eine weit ausholende inhaltliche Geste oder rhetorische Eleganz. Sie berichten nichts, was außerhalb ihrer selbst angesiedelt ist und erschließen sich dennoch erst auf den zweiten und dritten Blick. In ihrer Unmittelbarkeit und Klarheit hinterfragen Brandmeiers Installationen, Zeichnungen, Fotografien und Videoarbeiten die tradierte, kontextgebundene Sehkultur und stellen das „Ding“ auf den...  [mehr]