Im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt sind uns Gabi Hamms kleinformatigen, intimen Bilder von großer Eindringlichkeit erstmals aufgefallen.
Malanlass für ihre Bilder sind für sie Fotografien, Abbildungen in Magazinen und Büchern, die affektiv das Interesse der Künstlerin wecken sowohl im Bezug auf die malerische Herangehensweise wie auch motivbedingt. Unabhängig von der Farbgebung der gefundenen Vorlage wählt die Künstlerin einen Grundton, der ähnlich einer in der Musik gewählten Tonart die Grundstimmung des Bildes anlegt. Diese Farbgebung in Verbindung mit dem Motiv erinnern an verblichene Farbfotografien oder auch an die monochromatische Malerei Corots.
„Die Vor-Bilder enthalten für ihre eigene Arbeit wirksame Bestandteile, die das neue Bild entstehen lassen. Um diese sichtbar zu machen, müssen sie aus der Gesamtheit des Vor-Bildes herausgefiltert werden. Wie in einem Lösungsverfahren wird im Prozeß des Malens alles Störende und Verdeckende des Vor-Bildes so lang entzogen, bis die intuitiv erfaßten Bestandteile deutlich zutage treten. Was die Malerin am Vorbild zur Arbeit bewegt hat, ist nun verwandelt und offengelegt. (...) Dennoch ist zu betonen, daß das Ziel ihrer Arbeit nicht allein in der Analyse des Vor-Bildes liegt, denn dies wird Stück für Stück hinter dem neu entstehenden Bild zurückgelassen. Für den Betrachter ist es also nicht bedeutsam, die Vor-Bilder zu kennen. Das durch den Prozeß einer malerischen Transformation entstandene Bild steht ohne den geringsten Verweischarakter auf das Ausgangsmaterial da. Auch für die, die Auswahl leitenden Affekte gilt, daß sie nun für den Betrachter zu einer allgemeinen Erfahrung werden.“(Klaus Görner)