herman de vries, different & identic, works 1973–2016

bis Ende Oktober nur samtags von 12 – 16 Uhr geöffnet

Installation view at CONRADS

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herman de vries, Jahrgang 1931, war einer der allerersten Künstler, die Kunst und Ökologie verbanden.

2015 hat er die Niederlande mit einer viel beachteten Einzelausstellung auf der Biennale von Venedig vertreten. Die Ausstellung im Rietveld Pavillon hat sein Werk, das seit Jahrzehnten von Künstlern und Kennern sehr geschätzt wird, bei einem größeren Publikum bekannt gemacht

herman de vries, der zunächst der ZERO nahestehenden niederländischen NUL Bewegung angehörte, änderte bereits Ende der Sechziger Jahre sein künstlerisches Konzept, das sich seitdem an der Ganzheit und Sinnhaftigkeit der Natur orientiert, die wiederum auf zunächst widersprüchlichen Prinzipien von Ordnung und Chaos gründen. herman de vries´ Credo als Wissenschaftler wie als Künstler lautet „die natur irrt nie“.

Erste künstlerische Arbeiten entstanden 1953. de vries war aber weiterhin – bis 1968, am Institut für Angewandte Biologische Forschung in Arnheim als Wissenschaftler tätig. Mit dem Umzug in ein Dorf im Steigerwald im selben Jahr, den er heute gern als seine „Atelier“ bezeichnet, wählte er einen neue und naturbezogene Arbeits- und Lebensweise. 

Zeit und Zufall sind weitere bestimmende Momente in seinem Werk. Als herman de vries begann, sich mit Sprache als künstlerischem Medium näher zu befassen, entdeckte er 1965 für sich die Schriften Ludwig Wittgensteins – besonders dessen Tractatus Logico Philosophicus. In der Zeit von 1968 – 1975 entstanden durch den Zufall objektivierte Textbilder, für die der Traktatus die Grundlage bildete. Parallel entstehen in direkter Umsetzung Wittgensteinscher philosophischer Theorie nach dem Zufallsprinzip organisierte Zeichnungen unter dem Werktitel random objectivations. In unserer Ausstellung zeigen wir „random dots in space“ und andere Arbeiten mit Tusche auf Papier von 1973. (s. dazu Wittgenstein: Der Raumpunkt ist eine Argumentstelle. Tractates 2.0131)

Durch die Auseinandersetzung mit der Philosophie Wittgensteins erreichte das Werk von herman de vries in konzeptueller Hinsicht eine Vertiefung, die sich später unter dem Einfluss seiner ausgedehnten Reisen und im direkten Kontakt mit außereuropäischen Kulturen noch bedeutend erweiterte. Neben den Textarbeiten sind es seine Sammlungen, die auf Wanderungen in der umgebenden Natur wie auf weiten Reisen zusammen kommen, die die Grundlage seiner vielgestaltigen Arbeiten bilden, die absolut zeitlos wirken und die aktuelle Relevanz dieser unitären Künstlerposition ausmachen.

herman de vries begleitet seine künstlerische Arbeit seit dem „weißbuch“ im Jahr 1962 mit sehr speziellen Künstlerbüchern und den „eschenau summer press publications“, von denen mittlerweile 100 Hefte erschienen sind.

Weitere Informationen finden Sie auf seiner wissenschaflich aufbereiteten Website: hermandevries.org